| Störende Magnetfelder von Monitortrafos und ein passender Lösungsvorschlag |
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Ein klassisches Problem von Cocktail/TV-Tischen ist ein leichtes Flimmern des Bildes, verursacht durch den Monitortrafo, der zu nahe an der Bildröhre platziert ist und mit seinem Magnetfeld den Elektronenstrahl im 50 hz Rhythmus ablenkt. Selbiges Problem tritt auch bei anderen Automaten auf, wie zB dem TAB Cabaret, bei dem der Trafo am Einschub direkt unter der Bildröhre befestigt ist. Das Flimmern kann als ganz leichtes Hin- und Herbewegen des Pixel in gewissen Bereichen am Bildschirm beschrieben werden.
(Nachtrag: Auch die für Spielplatinen benötigten Schaltnetzteile verursachen dieses Flimmern. Bei Giganten oder Cabarets kann man das sehen, wenn der Einschub in die waagrechte Position herausgezogen wurde und das Netzteil dann direkt unter der Bildröhre ist. Ich nehme an, dass auch Cocktailtische, wo ja das Netzteil oft neben der Röhre angeschraubt ist, aus diesem Grund nie ganz ohne Flimmern sein werden.) Erstaunlicherweise haben die österreichischen Hersteller der mir bekannten Automaten dieses Problem einfach ignoriert. Einzig eine Version eines uralten Tisches (Astrofigher) hatte einen Ringkerntrafo, beim dem normalerweise kaum störende Magnetfelder auftreten. Zuerst fiel mir das Flimmern beim Erwerb meines ersten Novo-Tisches (von einem ehemaligen Techniker des Aufstellers Szechenyi) auf. Dieser riet mir, den Trafo möglichst weit weg von der Röhre aufzubewahren. Eine Lösung, die eigentlich bei allen anderen Automaten praktiziert wird - nur ist das ja leider in Cocktail-Tischen wegen der Maße nicht möglich. Nach langen Internetrecherchen (Resultat: Magnetfelder sind extrem schwer abzuschirmen) versuchte ich dann, eine Kiste aus Blech um den Trafo herum zu bauen - allerdings nutzlos. Entweder handelte es sich nicht echtes Eisenblech oder es war zu dünn. Mein zweiter Ansatz war erfolgreicher und sei hier beschrieben. Obiges Bild zeigt die Eingeweide eines Novomatic Tisches in der Konfiguration ab Werk. Klar zu erkennen der Trafo links neben dem Lautsprecher. Rechts vorne die 50 polige SUB-D Buchse, an dem der Adapter für die Platinen auf den TAB Austria Stecker hängt (geht auf die andere Seite, nicht komplett sichtbar). Oben in der Mitte die Sockelplatine für die Bildröhre. Oben der Trafo (von Semar) in Großaufnahme. Dieses Modell wurde in vielen Automaten verwendet. 0/128 ist der Ausgang für die ca. 128 V Wechselspannung für den Monitor. Die meisten europäischen Chassis benötigen auch noch die 230 V, dh auch die Trafoeingänge gehen zum Chassis (4 polige MODU1-Steckbuchse, grün). Das Erdungskabel (grün-gelb) zum Trafo wurde am Foto schon abgeschraubt.
Durch Herumspielen fand ich heraus, dass wenn man die offene Seite des Trafos (= Seite, wo Wicklung sichtbar ist = wo Pickerl klebt) genau auf die (Raum-)Mitte der Bildröhre hin ausrichtet, das Flimmern fast komplett verschwindet. Anscheindend übt das Magnetfeld in dieser Lage den am wenigsten störenden Einfluss aus. Die mögliche Reduzierung des Flimmerns kann beim Novomatic-Tisch und anderen Geräten ganz einfach überprüft werden, indem der Trafo gelöst und mit der Hand in verschiedenen Positionen ausprobiert wird (natürlich bei eingeschaltetem Gerät, evtl mit Testbild). Normalerweise kann der Trafo mit bloßer Hand gehalten werden, nur die Anschlüsse / Anschlussdrähte sollten nicht berührt werden - Vorsicht: Lebensgefahr!. Sorry für die schlechte Skizze. Durch Ausprobieren wird also die beste Ausrichtung für den Trafo gefunden, eine Halterung fixiert diesen dann permanent. Hier zu sehen sind die Maße einer simplen Halterung, wie ich sie mit einer Stichstäge aus Metallblech (ca 1-1,5mm dick) herausgeschnitten habe. Die oberen Löcher sind 7mm vom jeweiligen rechten/linken Rand entfernt. Am besten direkt an den Trafo halten und die Löcher daran ausrichten. Das Ganze dann zurechtgebogen (im Schraubstock eingespannt und mit Hammer bearbeitet). Hier zu sehen der eingebaute Trafo mit Halterung. Die endgültige Position ist so gewählt, dass der Trafo möglichst weit weg von der Röhre weg ist. Außerdem ist jetzt auf der anderen Seite mehr Platz für Platinen. Die am Trafo angeschlossenen Kabel mussten natürlich verlängert werden, das kann man entweder mit Lusterklemmen oder mit einer Lötverbindung machen. Das Erdungskabel führte ich elegant über den Lautsprecher (genauer gesagt, über eine der Befestigungsschrauben) und von da zum Trafo (Kabel mit Ringösen an beiden Enden). Der Trafo liegt in der Ecke auf einem Lüftungsloch auf, mit Filzgleitern kann man eventuelles Wackeln beheben. Die Halterung wurde mit den schon vorhandenen Schrauben vom Trafo befestigt, die Verbindung Halterung-Trafo besteht aus M6-Schrauben und Muttern. Alles in allem auf jeden Fall transportsicher. Das Ergebnis:Die hier gezeigte Modifikation funktioniert ausgesprochen gut bei (neueren) Novomatic-Tischen. Andere Automaten verlangen wahrscheinlich nach anders dimensionierten Halterungen. Falls der Trafo zu nahe an der Röhre ist, hilft unter Umständen nur noch eine komplette Abschirmung aus Eisen-, Trafoblech oder aus mu-Metall (die einzig geeigneten Materialien) oder, wie schon erwähnt, ein (teurer) Ringkerntransformator. Bei Platzmangel könnte der Trafo auch in den Münzbehälter verpflanzt werden, das ist allerdings recht aufwendig. Uralttische von Sega oder Namco mit einem Trafo, der auch die niedrigeren Spannungen liefert, ist die Verpflanzung zwar nicht ohne einen groben Eingriff möglich, aber bei diesen Geräten ist meistens der Magnetfeldeinfluss kaum sichtbar. Wenn Ihr die Prozedur ausprobiert habt oder noch Hilfe braucht, meldet Euch. |
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